Gypsy Swing - Kulturgeschichte eines streitbaren Konzepts

Gypsy Swing, Gypsy Jazz, Swing Manouche, Hot Jazz, "Musik dt. Zigeuner"? Immer wieder sind im Zusammenhang mit der Musik Django Reinhardts Begriffsdebatten zu beobachten, die sich in einem komplexen Spannungsfeld bewegen. Auf der einen Seite - an vorderster Stelle? - steht ein allemal legitimer und begrüßenswerter Wille zur Sensibilität gegenüber Diskriminierungserfahrungen unter den Angehörigen der Sinti-Gemeinde; auf der anderen Seite steht der nicht zu leugnende, praktische Nutzen eingespielter Terminologien - welcher Musikstil kann es sich leisten, auf sein bekanntestes Label zu verzichten? Hinzu kommt eine überaus heterogene musikalische Realität, die sich über bald einhundert Jahre lang nach ganz eigenen Regeln ausdifferenziert hat; schließlich gibt es Distinktions- und Selbstbezeichnungsansprüche der Künstlerinnen und Künstler (ob mit oder ohne Sinti-Wurzeln) - die die musikalische Identität ihres Schaffens gerne entsprechend bezeichnet sehen möchten. Die z.T. erheblichen, aber auch subtilen Differenzen zwischen deutschen, (west-)europäischen und globalen Begriffsverwendungen - Cigane, Gitane, Manouche, Gypsy - sind hier noch gar nicht genannt; ganz zu schweigen von Nebenwirkungen und Auswucherungen ehemals hoffnungsvoller analytischer Konzepte, die ohne Aussicht auf Rehabilitation in die Mühlen des Kulturkampfs geraten sind ("kulturelle Aneignung"). Zurück bleibt, wie so oft, eine ermüdete, ratlose Öffentlichkeit. Allem zum Trotz: Ein Klärungsversuch.

August in Paris - 1934

Vor genau neunzig Jahren, im Spätsommer 1934, entstanden die ersten Tonaufnahmen, die Jean-Baptiste „Django“ Reinhardt und seine Band in jenem Klangbild zeigen, das zum ewigen Vorbild eines neuen Musikstils werden wird: Das Herz des Gypsy Swing, die nur auf Saiteninstrumenten gespielte Version des aus den USA stammenden Hot Jazz, beginnt zu schlagen.

Daniel Fischer, Sommer 2024

Vom Sideproject zum Hauptensemble

Im August 1934 treffen sich Django Reinhardt, sein Bruder Joseph und Bassist Juan Fernandez in einem Pariser Tonstudio und nehmen erste Versionen von „After you’ve gone“, „Tiger Rag“, „I’m confessin (that I love you)“ auf – allesamt Hits der US-Charts, wenn man so will – welche die Band auf ihre unverkennbare Art interpretiert. Bis dahin waren Django und viele seiner Kollegen – neben den o. genannten vor allem auch die späteren Quintett-Mitglieder Roger Chaput (g) und Louis Vola (b) – vor allem als Sidemen in unterschiedlichen Tanzorchestern zugange (insbesondere unter der Leitung von Michael Warlop); auch der Geigenvirtuose Stephane Grapelli war dort ab und an mit von der Partie (z.T. als Pianist). Aber nun, im Pariser Sommerloch von 1934 entstehen die ersten Aufnahmen als eigenes Bandprojekt: Kurz und bündige Dreiminüter, zunächst im Trio wie oben geschildert, dann im Studio Odeon mit Stephane Grapelli als gleichberechtigtem Solisten. Wie ein sanfter Urknall geben die Aufnahmen einen Ausblick auf alles, was das später entstehende „Quintette du Hot Club de France“ zu einem der einflussreichsten Jazz-Ensembles aller Zeiten werden lässt. Geschmackvolle, einprägsame Intros und Outros, die das Stück kunstvoll umrahmen; die Themen der Stücke vorgetragen mit einer an der Geige und der Gitarre nicht gekannten und bis heute selten erreichten Dynamik und Fantasie; die präzise gespielte Begleitung, in der oft jeder Akkord, jede Anschlagslänge und Akzentuierung bis ins kleinste durchdacht scheint; Djangos Einwürfe und Verzierungen, die alle Klangfarben und percussiven Möglichkeiten eines Orchesters verkörpern; und natürlich dessen Improvisationen: ein nie gehörter Sound, Phrasierung und Geschwindigkeit, dazu ein schier grenzenloser gestalterischer und melodiöser Ideenreichtum machen einen Solo-Chorus von Django oft interessanter, als viele Solos seiner Nachfolger in Gänze. 

Zwischen Populärkultur und Jazz

Zwischen Populärkultur und Jazz

Die Improvisationen Reinhardts und Grapellis sind dabei von Beginn an so stark, dass sie zum Herzstück, ja zum Wesenskern der Aufnahmen werden, was den Aufnahmen jenseits ihrer popmusikalischen Ästhetik von Beginn an auch eben jenen Jazzcharakter verleiht, auf den sich das Genre bis heute beruft. Gleichwohl bleiben die Aufnahmen, die zwischen 1934 und 1939 unter dem Namen „Quintette du Hot Club de France“ entstehen,  trotz ihrer herausragenden spielerischen Fantasie und Energie immer leichtgängig und aufgeräumt, den Hörer nie überfordernd. Diese musikalische Dichte verleiht insbesondere dem Frühwerk Django Reinhardts einerseits einen Stellenwert in der Geschichte des Jazz, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann;  und gleichzeitig ist sie, ähnlich wie die frühe Swing Musik aus den USA ein Stück Populärkultur: Ob als Filmmusik bei Woody Allen, oder als der Soundtrack von „Mafia“, einem der erfolgreichsten Computerspiele aller Zeiten.  

ERWEITERUNG DES SONGBOOKS, ENTWICKLUNG DJANGOS ALS SOLIST

Doch auch die weitere künstlerische Entwicklung des „Quintette du Hot Club de France“ als Band und Django Reinhardts als Solisten sind beeindruckend: Stilprägend sind die kunstvoll und punktgenau eingewebten Einflüsse aus der Klassik –  insbesondere im Bereich der harmonischen Ausgestaltung der Akkorde, ebenso wie die selbstbewusste Erweiterung des Songbooks des Quintetts auf französische Chansons (und auch auf deutsche Schlager), hin zur Bearbeitung klassischer Kompositionen von Debussy, Bach, Grieg, Liszt und Kreissler (bis hin zur französischen Nationalhymne), das Komponieren eigener Stücke (die wie der Minor Swing oder Nuages zum Teil weltbekannt werden), sowie vor allem Django Reinhardts konsequente Orientierung am Puls der Zeit: als Instrumentalist hin zu elektrischen Gitarre und zur zeitgenössischen Jazz-Stilistik, als Bandleader, Solist und Rhythmusgitarrist in permanent wechselnden Besetzungen (von seinen bahnbrechenden Solo-Improvisationen, über Duo– und Trio-Aufnahmen, in allen möglichen Ensemblegrößen bis zu Big Band und Orchester). Dieser Reichtum an Einflüssen und der kreative Umgang mit Kompositionen unterschiedlichster Herkunft machen das Werk Django Reinhardts in seiner Gesamtheit zu einem schier unerschöpflichen Quell der Inspiration und ergeben einen erschöpfenden Streifzug durch die europäische Unterhaltungsmusik der Zeit. 

Regelrecht beengend wirken in dieser Hinsicht die oft einseitigen Beschreibungen dieser Musiktradition, zu denen das viel später entstehende Label „Gypsy Swing“ oft einlädt. Django Reinhardts Herkunft aus der Sinti-Gemeinde spielt für die Entstehung und Entwicklung seines Musikstils sicherlich immer wieder eine gewichtige Rolle – auf persönlicher Ebene und was die Herangehensweise ans Musizieren seiner Ensembles angeht, wie viele Anekdoten belegen. Klassische Sinti-Folklore jedoch, wie sie später zum wichtigen Einfluß und Markenzeichen des Gypsy Swing, vor allem in Deutschland, aber auch in FrankreichBelgien und Holland werden wird, gibt es im Werk Django Reinhardts dagegen nicht. Eine frühe Aufnahme, bei der Django Reinhardt als Banjospieler mitwirkt, hört auf den Namen „Amour de Gitanes“ und spielt mit Stereotypen der Musette-Tradition (3/4-Takt, Akkordeon als Melodieinstrument, sowie der Einsatz von Kastagnetten), je eine Eigenkomposition widmet Django seinem Sohn und seiner Ehefrau, deren Titel Babik“ und „Naguine klassische Sinti-Namen sind. Ansonsten findet sich in der gesamten Diskographie lange Zeit kein einziger Titel, der als Komposition oder vom Namen her eine Verbindung in die Sinti-Gemeinschaft anzeigt. Im Jahr 1947 werden zwei reine Blues-Improvisationen mit dem Titel „Gipsy with a song“ (1 and 2) veröffentlicht, die jedoch weder für sich genommen einen besonderen musikalischen Stellenwert besitzen, noch in der Rezeption aufgrund ihres Namens eine besondere Aufmerksamkeit erfahren. 

Django Reinhardts klarste musikalische Referenz an seine Herkunft war die (leider unvollendete) Komposition einer Orgelmesse für die Pilgerfahrt der Sinti nach Camargue. Django Reinhardts Stolz auf seine Herkunft und seine Identität als „Manouche“ scheint in vielen überlieferten Anekdoten durch; doch gleichzeitig ist Django Reinhardt alles andere als ein musikalischer Exot, sondern ist von Kindesbeinen an im Milieu der Unterhaltungs- und Jazzmusiker sozialisiert, zu dessen Stars er zumindest in Frankreich und Teilen von Europa zu Lebzeiten zähltGenauso ist sein musikalisches Werk bis zuletzt geprägt durch eine konsequente Offenheit zugunsten eines neuen, zeitlosen Musikstils, der bis in die heutige Zeit so viele Kreise erreicht und bewegt: die geneigte Jazz-Hörerschaft, genauso wie ein unbedarfteres Kulturpublikum; und insbesondere auch Musiker aller Couleur und jeden Niveaus. Dies jedoch kaum bis gar nicht in der Jazzmusik der 1950er und 60er Jahre, sondern vor allem in den Sinti-Gemeinden Westeuropas.

NACH DJANGOS TOD: KEINE REZEPTION IM JAZZ, IKONE DER SINTI-GEMEINDE 


Dort entsteht nach Djangos Ableben im Jahr 1953 ein eigener, immer vielschichtigerer Musikstil, der alle musikalischen Einflüsse der Sinti-Musik in der von Django Reinhardt kultivierten Musiksprache reformuliert und in Form bringt: Musette-Walzer, Csardas, Rumbas, auf romanes gesungenes Liedgut, ob traditionell oder neu komponiertIn Frankreich wird dieser Musikstil, beginnend mit den Ferret-Brüdernüber Tchavolo SchmittAngelo Debarre bis Dorado Schmitt uvm. als „Swing Tzigane“ bekannt, in Deutschland mit Schnuckenack ReinhardtHäns’che Weiss und Titi Winterstein als „Musik dt. Zigeuner“, in Holland laufen viele Entwicklungen bei den Familien Rosenberg und Limberger zusammen. Dieser Musikstil ist lange Zeit die einzige kulturelle Schnittstelle im insbesondere in Deutschland schwer belasteten Verhältnis zwischen Sinti-Gemeinde und prosperierender Nachkriegsgesellschaft. Die Orientierung an amerikanischen oder inzwischen weltweiten Jazz-Entwicklungen – ursprünglich Geburtshelfer für die Musik Django Reinhardts – spielt in dieser Zeit wenn überhaupt eine Nebenrolle, im Zentrum stehen aus diesem Bereich nach wie vor die Swing Klassiker des frühen 20. Jahrhunderts, die allerdings in immer virtuoserer Form dargeboten werden. Überhaupt wird das Virtuosentum und der Schaulauf der Wunderkinder zum wichtigsten öffentlichen Schauplatz des Genres, dessen musikalische Innenorientierung wie eine symbolische Doppelung der sozialen Aus- und Abgeschlossenheit der Sinti-Gemeinden wirkt. Auch die unsägliche Rede vom „im Blut liegenden Talent“ entsteht hier als bis heute zu beobachtendes Narrativ, das zum Teil von Sinti-Musikern selbst übernommen wird.  

In der Pop- und Schlagermusik der Nachkriegszeit, insbesondere in den 1980er Jahren und noch bis in die 1990er Jahre hinein, wird „der Zigeuner“ zur mythisch verklärten und klischeebehafteten Figur, wie zahlreiche Musiktitel aus dieser Zeit zeigen („Am Abend spielt der Zigeuner„, „Du schwarzer Zigeuner„. Die aus heutiger Sicht schwer zu ertragenden Klischees wirken umso verlogener vor dem Hintergrund des gerade in dieser Zeit grassierenden Antiziganismus und erklärt die Abschottung  der Sinti-Gemeinden nach Innen.

Das ändert sich erst um die Jahrtausendwende, und insbesondere Anfang der 2000er Jahre mit dem Namen Bireli LagreneWie kein zweiter steht dieser für die Abwendung vom Klischee des „freud- und leidvoll musizierenden Flitzefingers“, als der er durch die großen Bühnen und TV-Studios der 80er  gereicht wurde. Zurück aus den USA, wo er sich unbehaftet aller Klischees einen Namen als moderner Jazzmusiker erspielt, kehrt er 2001 mit seinem Gypsy Project zurück und wird vor allem in Frankreich zur Leitfigur einer neuen, moderneren Gypsy Swing-Kultur, die sowohl musikalisch als auch sozial aufgeschlossener ist, als dies in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts möglich war. Zahlreiche Kooperationen mit Jazzgrößen der Zeit, neues Songbook mit Pop und aktuelleren Jazz-Standards, und eine vollends ausgelebte solistische Freiheit machen ihn zum wichtigsten musikalischen Referenzpunkt des Genres seit Django Reinhardt. Dieses erlebt in der Folge eine Renaissance in Europa: Neben Bireli Lagrene aus Frankreich und Stochelo Rosenberg aus Holland, die schnell europaweit von sich Reden machen, sind es mit etwas zeitlichen Abstand im deutschsprachigen Raum insbesondere Diknu Schneeberger, Joscho Stephan und die Django Deluxe-Crew um Giovanni Weiss, die für eine neue Aufgeschlossenheit und Zugewandtheit im Gypsy Swing stehen. 

Dieser erreicht dadurch neue und größer Publikumsmilieus einerseits, und auch inspiriert vor allem auch andere Musikermilieus zur Auseinandersetzung mit der Musik Django Reinhardts (das Internet als Verbreitungsmedium tut hier sicherlich sein Übriges). Viele „Hot Club“-Ensembles zieren heute die Programmhefte der Kulturbühnen der Bundesrepublik, von solidem Kleinkunstniveau bis hin zu hoch respektablen Ensembles. Auf der anderen Seite steht ein neues Virtuosentum, unprätentiös und mondän, wie u.a. Antoine Boyer und Adrien Moignard, das sich auf die Gypsy Swing Tradition beruft aber auch in ganz andere Gefilde vorstößt; auch der Geiger und Gitarrist Sandro Roy ist hier zu nennen. Nicht zuletzt auch viele Festivals, Konzertreihen und Tributes europa- und gar weltweit zeugen von einer späten, aber stabilen Arriviertheit des Gypsy Swing im kulturellen Mainstream. 

Das bleibt nicht folgenlos, gerade für kleinere Ensembles und unbekanntere KünstlerInnen aus der Sinti-Gemeinde, die sich heute, gerade auf dem Kleinkunst/Kulturbühnen-Niveau, mit einer Konkurrenzsituation konfrontiert sehen, die die Generation vor ihnen nicht kannte. Hier helfen aber begriffliche Kunstgriffe („Gypsy Music“) und Verweise auf Vorrechte und Angestammtheiten beim Aufführen von Musikstilen sicher nicht weiter (so sehr die emotional nachvollziehbar sein mögen) – ganz im Gegenteil und gerade wenn es um die Adaptionen der Frühphase Django Reinhardts geht, wie sie oben beschrieben ist. Dies treibt eher Keile der Spaltung in ein funktionierendes, musikalisches Miteinander im traditionellen, im Hot Jazz. Ein lokal informierter, an musikalischen Inhalten orientierter Umgang ist hier der bessere Weg, als der Versuch der politischen und damit überregional und grundsätzlichen Thematisierung.

Noch weniger hilft das Bespielen von typisch bürgerlichen Eskapismus Fantasien im Zusammenhang mit dem Gypsy Begriff. Das schreckt Bands wie „Django 3000“ – die legitimen Nachfahren von Cindy und Bert? – nicht davor ab in einem einzigen Pressetext fast alle Punkte im Bullshit Bingo der Stereotype abzuräumen.

„Die bayerischen Gypsys von Django 3000 rocken seit nunmehr zehn Jahren auf sämtlichen Bühnen der Welt.Die vier Babos, vier undurchschaubare Gschäfltmacher, sind unter dem Motto „scheiß da nix, dann feid da nix“ wieder unterwegs und feiern das Leben. Auf den Konzerten von Django3000 wird man aus dem Alltag gerissen und findet sich mit den vier Gypsybajuwaren am Lagerfeuer wieder. Hier darf man sich ausleben – ohne Grenzen, ohne Scham, einfach nur „wuid und laut“.
Back to the roots – beschreibt das neue Album „AliBabo“ ganz wunderbar. Die vier musikalischen Strizzis besinnen sich knallhart auf ihre Anfänge. Mit treibenden Balkan-Beats, erdigem Gitarren-Rock’n’Roll, lässigem Gypsy-Swing und teuflisch-melodischen Gegensoli spürt man regelrecht das Brennen unter den Zehennägeln.
„I schoit mei Hirn aus, foig meim Gfui, träum vo da Ruah vom blädn Spui“ heißt es im Song „Mashalla“ – und das darf ernst genommen werden.
„Aufm Fensterplatz durch d’Höll“ trifft zielsicher den neuen alten Kurs und reiht sich ein in die Morbidität von „Da Wuide und da Deife“. Es riecht nach Gitanes ohne Filter und klingt nach verwegenen ungarischen Straßenmusikern in bester Manier. Dabei gibt Sänger Kamil Müller mit seiner whiskygetränkten slowakobayerischen Reibeisenstimme den letzten Schliff und befeuert sein Publikum auf der Tanzfläche. Eine vielversprechende Liebeserklärung – obwohl man sich bei diesen musikalischen Stenzen nie ganz sicher sein kann. Schließlich ist die ganze Welt ihr Zuhause – und genetisch sind die Jungs nicht gerade weit vom jungen Monaco Franze entfernt: chronisch abenteuerlustig durchs Leben strawanzend, unstet, nicht ganz ungefährlich, aber verteufelt charmant

Aber wo gäbe es aktuell den Ort, an dem sich so etwas ansprechen lassen oder gar kritisieren ließe? Das Geschrei, von Gegenargumenten möchte man nicht sprechen, ist nur schnell wieder groß. 

Es kann sich trotz allem heute lohnen, von Gypsy Jazz zu sprechen, wenn man damit den Prozess in betonen, in dem sich dieser Musikstil von vielen folkloristischen Einlassungen der Nachkriegszeit emanzipiert hat, und in der Folge neu auf diese zugehen kann: Die Kompositionen des Swing Tzigane aus Frankreich, genauso wie die großen deutschen Sinti-Komponisten, stoßen gerade bei jungen Spielern des Genres wieder auf großes Interesse. Die Musik Django Reinhardts steht allemal Pate für diese Entwicklung; jene musikalische Ausdrucksform mithin,  die im Pariser Spätsommer 1934 erstmals auf Band festgehalten wurde und die 90 Jahre später zu einem genuin europäischen, schicht- und länderübergreifend geteilten Erbe geworden ist; eine Erbe, das wir mit Stolz, Hingabe und Respekt auch hier bei uns in München antreten.

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